Das Entwicklungsstufenmodell

Hinweis zur Entwicklungspsychologie:

Es sei darauf verwiesen, dass es sich bei dem hier beschriebenen Entwicklungsstufenmodell nach Jean Piaget nur um einen geringfügigen Auszug aus dem Spektrum der Entwicklungspsychologie handelt. Die Ansätze von Piaget dienen in diesem Kontext einer Verdeutlichung der kognitiven Entwicklung eines Kindes.

 

Was ist das Entwicklungsstufenmodell?

Mit seinem Entwicklungsstufenmodell beschreibt Jean Piaget, wie sich ein Kind kognitiv entwickelt. Piaget beobachtete seine Kinder beim Heranwachsen und schuf damit die bekannteste Entwicklungstheorie:

Er differenzierte den Entwicklungsstand eines Kindes nach den Fähigkeiten. Diese Fähigkeiten variieren zwar von Kind zu Kind - dennoch lassen sich ungefähre Altersangaben machen, wann ein Kind über welche Fähigkeiten verfügen sollte.

Abb. 87

Piaget teilt Kinder je nach Alter in vier Klassen ein. Diese Klassen unterscheiden sich (wie bereits beschrieben) durch die Fähigkeiten. 
"Jedes Stadium ist durch charakteristische Fähigkeiten und Fehler beim Problemlösen gekennzeichnet, resultiert aus Aktivitäten und Fähigkeiten des vorangegangenen und ist eine Vorbereitung auf das nächste Stadium." Lefrancois (1994, 214)

Abb. 88

Piagets Theorie ist keine direkte Lerntheorie. Piagets kognitive Entwicklungstheorie ermöglicht jedoch einen Einblick, ab welcher Altersstufe welche kognitiven Fähigkeiten vorhanden sein sollten.
Es handelt sich hierbei um eine kognitive Theorie, da sich die kindliche Entwicklung über eine Interaktion mit der Umwelt und das Ausbilden von kognitiven Fähigkeiten vollzieht. 

"Piaget, ein Schweizer Psychologe, befaßte sich fast sein ganzes Leben lang mit der Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und kam dabei zu dem Schluß, daß es bei der Entwicklung logischer Denkfähigkeiten bestimmte sensible Zeitphasen gibt, in denen sich diese Fähigkeiten ausdrücken. Seine Untersuchungen mit Kindern waren dabei verblüffend einfach und überzeugend." Angermeier, Bednorz & Schuster (1991, 41)

Mit der Beschreibung und Erklärung der Entwicklung hoffte er [Piaget] Einblick in ihre [der Kinder] Struktur, ihre Leistungen und ihr Funktionieren zu bekommen." Oerter & Montada (1998, 518)

J. Piaget